Schu­le in den Som­mer­fe­ri­en – für vie­le wohl der Alb­traum schlecht­hin. Doch genau das berei­tet der Ber­li­ner Senat gera­de vor. Wer jetzt die Schul­bank drü­cken muss.

Schu­le in den Som­mer­fe­ri­en – für vie­le wohl der Alb­traum schlecht­hin. Was vor eini­gen Wochen noch weni­ger ernst dis­ku­tiert wur­de, um den wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen ver­pass­ten Stoff nach­zu­ho­len, wird in Ber­lin jetzt für eini­ge Realität. 

Die Fronten prallen aufeinander

Die Coro­na­kri­se hat die Gesell­schaft ent­zweit. Vor allem die Bil­dungs­po­li­tik, so wie sie die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz ein­ge­schla­gen hat, wird immer wie­der kri­ti­siert. So stand auch immer wie­der eine Ver­kür­zung der Som­mer­fe­ri­en zur Debat­te. Unge­recht, fin­den vie­le Schüler*innen. Schließ­lich habe man ja wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen kei­ne Feri­en gehabt. Ande­rer­seits ist so manch ein*e streb­sa­me Schüler*in ent­täuscht über die ver­pass­ten Inhal­te und schaut beun­ru­higt auf anste­hen­de Prü­fun­gen und das kom­men­de Schul­jahr. Nicht zuletzt hat der Senat die For­de­run­gen der Schüler*innenschaft immer wie­der dreist igno­riert.

Berlin zeigt sich kompromissbereit

Bereits in den letz­ten Wochen wur­den finan­zi­ell benach­tei­lig­te Schüler*innen vom Senat mit Tablets für das Home­schoo­ling ausgestattet.

Um der schwie­ri­gen Dis­kus­si­on über Unter­richt in den Som­mer­fe­ri­en zu ent­ge­hen, schlägt die Lan­des­haupt­stadt Ber­lin nun einen ganz ande­ren Weg ein. In eigens ein­ge­rich­te­ten Som­mer­schu­len kön­nen Schüler*innen mit För­de­rungs­be­darf auf frei­wil­li­ger Basis die ver­pass­ten Inhal­te inten­si­ver nach­ho­len und sich auf das kom­men­de Schul­jahr vor­be­rei­ten. Das Pro­gramm wird in der Sekun­dar­stu­fe 1 für Schüler*innen der Jahr­gangs­stu­fen 7 bis 9 ange­bo­ten. Mit einer Kapa­zi­tät von bis zu 8.000 Lern­plät­zen rich­tet sich das Ange­bot dabei aber nicht an alle. 

„Es ist ein Schwer­punkt mei­ner poli­ti­schen Tätig­keit in der Coro­na-Kri­se, dass wir Lern­rück­stän­den unse­rer Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die durch die teil­wei­sen Schul­schlie­ßun­gen ent­stan­den sind, so klein wie mög­lich hal­ten. Des­halb bie­ten wir ins­be­son­de­re benach­tei­lig­ten Kin­dern und Jugend­li­chen an, die neu­en Som­mer­schu­len zu besuchen.“

San­dra Schee­res, Bil­dungs­se­na­to­rin des Lan­des Berlin

Lernen nach Bedarf

Auf Emp­feh­lung der Klassenleiter*innen sol­len in den Som­mer­schu­len all die­je­ni­gen einen Platz krie­gen, bei denen sich durch die Pan­de­mie ein Lern­rück­stand ent­wi­ckelt hat. Bei der Anmel­dung bevor­zugt wer­den nach Anga­ben der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie vor allem sol­che Schüler*innen, die von der Zah­lung des Eigen­an­teils bei Lern­mit­teln befreit sind oder Ansprü­che nach den Bil­dungs- und Teil­ha­be­ge­setz vor­wei­sen können. 

Die Kernfächer haben Priorität

In Lern­grup­pen mit einer Grö­ße von bis zu acht Per­so­nen sol­len die Programmteilnehmer*innen fünf­zehn Stun­den in der Woche unter­rich­tet wer­den. Min­des­tens zwei Wochen in den Som­mer­fe­ri­en und wei­te­ren Unter­richt in den Herbst­fe­ri­en wird das Pro­gramm nach eige­nen Anga­ben umfas­sen. Dabei lege man den Fokus vor allem auf die Kern­fä­cher Deutsch, Mathe­ma­tik und Eng­lisch, um früh­zei­tig auf den Mitt­le­ren Schul­ab­schluss am Ende der zehn­ten Klas­se vorzubereiten.

Bild mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Pixabay/silviarita
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